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Das Federrupfen

 

Ein altbekanntes Phänomen bei Papageien – das Federrupfen. Über die Ursachen gibt es vielerlei Ansichten. Ob falsche oder mangelhafte Ernährung, ungenügende Luftfeuchtigkeit, spärliche Bewegungsmöglichkeit, Langeweile, Parasitenbefall oder eine psychische Erkrankung können für das Rupfen Auslöser sein. Auch Verlust des Partners oder der Bezugsperson können eine Rolle spielen. Vielfach wird auch bei eintretender Geschlechtsreife eines Vogels das Rupfen beobachtet.

 

Mir persönlich ist das Rupfen bei eintretender Geschlechtsreife wie auch bei Verlust einer Bezugsperson bekannt. Als meine Aura die Geschlechtsreife erlangte, hat sie sich am Hals eine kleine Stelle (so ca. grösse einer Bleistiftspitze) kahl gerupft. Diese Stelle wird jeweils zu beginnender Brutzeit wiederholt gerupft. Bei meinem Reiko wie auch beim zugezogenen Nicki stellte ich fest nach Verlust ihrer Bezugsperson dass sie sich rupfen. Reiko rupft sich die Deckfedern am Bauch, lässt aber die Daunenfedern stehen. Nicki kratzt sich mit den Krallen die Federn am Nacken aus. Bei allen Drei versuche ich durch genügend Beschäftigung, artgerechte Luftfeuchtigkeit und natürlich mit abwechselnder und teilweise auch durch unterstützende Vitaminpräparate dem Rupfen und kratzen entgegen zu wirken.  

 

Das Ausmass des Rupfens kann sehr unterschiedlich ausfallen. Ein gelegentliches knabbern und /oder auszupfen einiger kleinen Federn, bis hin zur kompletten Zerstörung des gesamten Gefieders. Sogar in extrem Fällen bis hin zur Selbstverstümmlung. Je nach Ursache gibt es dementsprechende Therapiemöglichkeiten. Vereinzelt wird ein Halskragen empfohlen, sodass die Möglichkeit des Rupfens unterbrochen wird. Optimierung von Fütterung und Haltung, sowie unterschiedliche Beschäftigungsmöglichkeiten sind eine andere Variante. Bei alleinlebenden Vögeln sollte ein Partnervogel vergesellschaftet werden.

 

Meist wird ja von den Tierärzten verlangt, dass das Problem mit einem verabreichenden Medikament gestoppt werden kann. Dies ist schlicht und einfach nicht möglich! Viele Vogelhalter wollen die möglichen Auslöser nicht einräumen und finden es nicht nötig der Ursache durch das Herausfinden der eigentlichen Problematik auf den Grund zu gehen. Die meisten fühlen sich gekränkt und finden sie erfüllen alle Kriterien als Tierhalter.

 

Ich persönlich finde man verpflichtet sich bei einer Anschaffung des Tieres für das Wohl zu sorgen und den eigenen Egoismus zurück zu stellen.

 

Das Rupfen bei einem Vogel erfolgreich zu beheben kann eine langwierige und anstrengende Zeit werden. Kann muss aber nicht! Wichtig ist die Situation frühzeitig zu erkennen und sofort zu handeln. Daher empfehle ich immer und immer wieder, beobachtet eure Tiere von Tag zu Tag ganz genau. Nur so erkennt man die Symptome beizeiten.

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