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Keimfutter

Mir ist eine gesunde Ernährung sehr wichtig, daher bekommen meine Graupapageien wöchentlich Keimfutter. Keimfutter ist sehr Vitaminreich und vor allem bei der Zucht nicht wegzudenken.

 

Warum sollen die Samen in einen gequollenen oder gekeimten Zustand verfüttert werden?

 

Der harte und trockene Samen enthält notwendige Nahrungsvorräte für den späteren Keimling, welche aber im trockenen Zustand nur schwer aufgeschlossen werden kann. In Verbindung mit Feuchtigkeit und Sauerstoff beginnt der Samen mit einer Umwandlung seiner Inhaltsstoffe und sprengt gleichzeitig die harte und schützende Hülle. So werden auch neue Stoffe gebildet, zum Beispiel werden Proteine in Aminosäuren, Fette in essenzielle Fettsäuren, Stärke in Maltose und Dextrin umgewandelt. Auch steigern sich die Vitaminwerte, Spurenelemente und Mineralien. Auch weist das Keimfutter eine bessere Verdaulichkeit auf. 

 

Keimfutter wird in drei Bereiche eingeteilt; das Quellfutter, das Keimfutter, das Grünkraut. Alle basieren auf dem gleichen Grundprinzip, Einweichen von Körner und der anschliessenden Entwicklung der Samen. Unterschieden wird lediglich im Entwicklungsstand welche den Papageien angeboten wird.

  • Quellfutter; wird lediglich im Wasser aufgequollen
  • Keimfutter; wird nach dem aufquellen 24-48h aufbewahrt
  • Grünkräuter; übermässiges keimen der Sämereien, nach ca.10 Tagen wächst es zu Grünfutter heran

 

Wie können die verschiedenen Samen nun am einfachsten gekeimt werden?

 

Ich muss gestehen dass ich gewisse Anleitungen aus dem Internet oder aus diversen Büchern nicht vereinbaren kann, ich schreibe hier ausschliesslich von meiner Erfahrung!

 

Ich nehme ein Abtropfsieb mit kleinen Löchern und eine Schüssel welche die grösse des Siebes hat. Ich spüle als erstes die Samen gut mit kaltem Wasser ab. Anschliessend stelle ich das Sieb mit den Samen in die Schüssel und fülle mit kaltem Wasser auf. Ich bewahre die Schüssel bei ca. 18°C abgedeckt mit einem Tuch auf. Die Temperatur sollte nicht über 20°C fallen, da die Gefahr der Verpilzung und der Verderbung zu gross wird. Nach 10-12h entnehme ich das Keimgut und spüle dieses mehrfach unter fliessendem Wasser durch. Anschliessend stelle ich das Sieb wieder in die leere Schüssel und decke es wieder mit dem Tuch ab. Den Spül-Vorgang mache ich nun ca. alle 8-10h, so vermeide ich eine Austrocknung und die Gefahr der Verpilzung ist ebenfalls praktisch ausgeschlossen. Nach 24-48h beginnen die Körner zu keimen. 

 

Ich verfüttere das Quellfutter nach Erscheinen der ersten Sprossen. Da ich meist für 2-3 Fütterungen zubereite bewahre ich den Rest im Kühlschrank auf und spüle es weiter regelmässig durch. Bei der nächsten Fütterung sind dann die Sprossen nochmals gewachsen und so haben die Papageien unterschiedliche grosse Sprossen welche sie verfüttert bekommen. Ich mische oft Eifutter bei, da meine dies unter dem Trockenfutter weniger zu sich nehmen. Natürlich kann auch Obst, Gemüse oder Kräuter beigemischt werden. Falls mal Medikamente verabreicht werden müssen, ist dies ebenfalls eine Möglichkeit da dies sehr gut an dem feuchten Futter haftet. 

 

Welche Saaten eignen sich zum Keimen? Eigentlich alle welche auch trocken angeboten werden. Um einige zu nennen: Buchweizen, Sonnenblumenkerne, Erbsen, Mais, Hirse usw.

 

Wichtiger Hinweis; das Futter sollte nicht länger als einen halben Tag für die Vögel zugänglich sein, da es gerade bei warmen Wetter schnell verdirbt. Spätestens wenn es säuerlich riecht sollte es sofort entfernt werden.

 

Und nun wünsche ich ein gutes Gelingen beim Zubereiten und guten Appetit.

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